Cockpit

Die Herausforderung: Planung und Steuerung Integrierter Modernisierungsmaßnahmen

In der Vergangenheit haben die Unternehmen massive Anstrengungen unternommen, um mit Hilfe von Restrukturierungs- und Verbesserungsmaßnahmen ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dabei fanden zahlreiche und vielfältige Konzepte, Methoden und Werkzeuge Anwendung, für die allesamt charakteristisch ist, dass sie sich auf eine einzelne Schwachstelle in Unternehmen fokussierten, ohne dabei dezidiert Bezug auf andere Bereiche oder das Gesamtsystem zu nehmen. Damit konnten zwar eine Reihe von bereichsoptimalen Ergebnissen erzielt werden, jedoch erwiesen sich diese Insellösungen in Summe als defizitäres, mit vielen Inkonsistenzen behaftetes Gesamtergebnis.

Im Gegensatz dazu ist der Kerngedanke von Integrierten Modernisierungskonzepten (IMK), die vielfältigen Modernisierungsmaßnahmen vor den Hintergrund einer ganzheitlichen und strategieorientierten Unternehmensbetrachtung zu stellen. Ziel ist es dabei nicht, durch neue, vermeintlich revolutionäre Methoden das gesamte Unternehmen auf einmal zu verbessern, sondern vielmehr auf den bestehenden Methoden und Werkzeugen aufbauend zielgerichtete Weiterentwicklungen und Ergänzungen vorzunehmen.

Ein wichtiges Kernelement von Integrierten Modernisierungskonzepten ist das Controlling. Dem Controlling kommt in diesem Kontext die Aufgabe zu, die Modernisierungsmaßnahmen so zu planen, steuern und überwachen, dass

·         einerseits die durch die einzelne Maßnahme verfolgte Zielgröße möglichst effektiv und effizient optimiert wird und dementsprechend das verbundene Problem gelöst wird,

·         anderseits die von den Modernisierungsmaßnahmen ausgehenden Effekte als direkte und indirekte Wirkungen auf das Gesamtsystem gesteuert und kontrolliert werden können.

Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, müssen weitreichende Anforderungen erfüllt werden.

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Das Grundkonzept des IMK-Cockpits

Traditionelle Controllinginstrumente können diese IMK-spezifischen Ansprüche nur schwer erfüllen. Zur Lösung dieser Anforderungen wurde daher ein Instrument namens „IMK-Cockpit“ entworfen. Im Wesentlichen basiert das Instrument auf dem Ansatz der Balanced-Scorecard (BSC). Die BSC eignet sich aufgrund ihres Aufbaus und ihrer Eigenschaften außerordentlich gut zur strategiebezogenen Unternehmenssteuerung, kann aber in der Grundversion den IMK-Anforderungen nicht vollends gerecht werden. Daher musste das BSC-Grundkonstrukt um die Wettbewerbsfaktoren ergänzt werden, um die strategiebezogene Ausrichtung stärker zu betonen. Durch die Kombination der beiden Bestandteile zu einer Matrix, bestehend aus den vier BSC-Perspektiven (Finanzen, Kunden, Prozesse und Potentiale) und den Wettbewerbsfaktoren (Kosten, Qualität, Flexibilität und Innovativität), soll sowohl eine ganzheitliche Unternehmenssicht wie auch der explizite Strategiebezug sichergestellt werden.

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Die unternehmensspezifische Ausgestaltung des IMK-Cockpits

Das entwickelte IMK-Controllinginstrument ist lediglich als Rahmenkonzept zu verstehen, das auf das einzelne Unternehmen problemspezifisch zugeschnitten und ausgestaltet werden muss. Die Ausgestaltung und Anpassung des IMK-Cockpits erfolgt im Wesentlichen über die Auswahl der Kennzahlen. Demzufolge muss dieser Auswahl besondere Beachtung geschenkt werden, da hierbei der Grundstein für die Funktionsweise des Cockpits gelegt wird. Die Ausgestaltung des IMK-Cockpits erfolgt in mehreren Schritten; anfangen von der Auswahl einer Kennzahl auf Schlagwortbasis bis hin zu den genauen Rahmenbedingungen ihrer Erhebung.

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Das Praxisbeispiel – Einführung und Anwendung des IMK-Cockpits im Unternehmen Scherzinger Pump Technology

Im Rahmen des IMPROVE-Projekts steht die Einführung und Anwendung des Controllingkonzepts auf der Liste der Arbeitspakete mit an erster Stelle. Mittlerweile, neun Monate nach Projektstart, wurde das Instrument bei einem Großteil der IMPROVE-Firmenpartner aufgegriffen. Einige Unternehmen befinden bereits in der Anwendungsphase, andere in den letzten Schritten der Ausgestaltungs- und Anpassungsphase. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die Implementierung und Anwendung des IMK-Cockpits auch von Betrieben mit weniger als 100 Mitarbeitern – wie das Unternehmen Scherzinger Pump Technology – mit akzeptablem Aufwand möglich ist.

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